Der Fachartikel zur Agenturphilosophie
Es ist gar nicht so einfach, eine Agentur-Philosophie zu haben, geschweige denn, sie anderen zu erzählen. Ich werde immer wieder gefragt: «Was ist das eigentlich, eine Crossover Agentur?» Ich erzähle dann etwas von Crossmedia, On- und Offline, Push und Pull, Above und Below, Vernetzte Kommunikation etc. Branchenferne Zuhörer verstehen dann meistens genau Bahnhof. Manchmal sage ich der Einfachheit halber: «Wir machen alles, was irgendwie mit Werbung zu tun hat». Das stimmt zwar, aber charakterisiert uns schlecht und wird auch unseren externen Partnern nicht gerecht, die wir für die Umsetzung unserer Konzepte immer wieder heranziehen. Ausserdem: wer alles macht, macht nichts richtig, und das wäre für uns zu wenig.
Andrerseits betone ich gerne, dass die vielen Spezialisten, die insbesondere das Internet hervor gebracht hat, Teil des Problems sind. Welches Problem? Das Problem des Waldes, den Werbetreibende vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, das Problem des Kommunikations-Mixes in Zeiten schlanker Budgets und hoher Medienfragmentierung, das Problem der Konstanz inmitten der Orientierungslosigkeit.
Im Versuch, diesen Wald etwas zu lichten und unsere Agenturphilosophie zu erhellen, habe ich den Fachartikel «Twist & Shout – eine Komplementärstrategie» verfasst. Er ist erschienen in der Marketing Review St. Gallen, einer der renommiertesten Marketing-Fachzeitschriften im deutschsprachigen Raum. Im so genannten Double-Blind-Verfahren haben ein Professor der HSG und ein Marketing-Profi die Arbeit geprüft und zur Publikation frei gegeben. Ich bin also nicht der einzige, der Ihnen diesen Artikel zur Lektüre empfiehlt, wenn Sie grad etwas Zeit hätten.
Der Wert von Small Talk
Viele Kommunikationsprofis haben Mühe mit dem kommunikativen Niveau in Social Media. Es ist für sie unerträglich, mit ihrem Social Media-Engagement Schleusen zu öffnen, die banalen, unnützen, gehaltlosen, dämlichen Unsinn in die offizielle Nähe ihres Brands spülen. Viele weigern sich deshalb schlicht, Social Media ernst zu nehmen. Dabei müsste es Ihnen auffallen, dass sie selber zum Beispiel an Spesenessen mit ihren Kunden viel Banales übers Wetter, Urlaub, Kinder, Hobby und Vorspeise absondern, um mit dem Gegenüber einen persönlichen Draht aufzubauen. Bei den Indianern musste man zuerst Pfeife rauchen, bevor man mit den Entscheidungsträgern ein vernünftiges Gespräch führen konnte. In Russland funktioniert es ähnlich, einfach mit Wodka. In Italien oder Indien ist es unmöglich, ein Meeting entlang einer Traktandenliste zu halten, ohne Ausschweifungen ins Private. Smalltalk ist vertrauensbildend.
Blödeln und Scherzen bauen Barrieren ab. Wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Das zwischenmenschlich Banale, das auf Social Media-Plattformen auch in der Firmenkommunikation vorkommen kann und soll, ist in seiner Wirkung nicht zu unterschätzen. Vielleicht vermag es sogar Sympathien zurückgewinnen, welche professionelle Werbebotschaften gekostet haben. Natürlich lässt sich der kommunikative Kontrollverlust beklagen. Im Twist steckt aber die grosse Chance, die Kundenorientierung endlich auf Echtzeit zu schalten, den sprichwörtlichen direkten Draht zum Kunden zu etablieren und ihn mit Konkurrenzvorteil zu pflegen. Banale Effizienz.
Wer möchte in die Weihnachtsgeschichte eingehen?
Das hier ist jetzt eine Facebook-Promo der anderen Art. Alle, die bis zum 22. Dezember 12.00 Uhr Facebook-Fan von Angelink werden, gehen in die Weihnachtsliteratur ein. Und mehr noch: In einer Video-Lesung trage ich die Geschichte persönlich vor (schreiben muss ich sie ja auch noch) und zwar auf Facebook am 23. Dezember, abends. Also, zum Mitmachen hier einfach den «Gefällt mir»-Button klicken. Die bereits bestehenden Likers schreiben einfach etwas Nettes unten ins Kommentarfeld, dann werden sie ebenfalls literarisch verarbeitet.
Crossmedia-Strategie – ein Abstract
Im Zusammenhang mit der Lancierung des CrossmediAdvisors bin ich für ein Referat zum Thema Crossmedia-Strategie angefragt worden. Jetzt habe ich das Abstract dazu verfasst, das eigentlich auch den Sinn und Zweck des CrossmediAdvisors gut beschreibt.
Abstract
«Die klassische Mediaplanung steht am Berg. Social-Media-Plattformen ziehen in ihrer Viralität und Eigendynamik der kalkulatorischen Mediaplanung den Boden weg. Aber das heutige Mediennutzungsverhalten und die neuen Meinungsbildungprozesse richten sich nicht nach der Planbarkeit der Media und schon gar nicht nach dem Geschäftsmodell von Mediaagenturen. Die Werbeagenturen sind gefordert, für ihre Kunden crossmediale Konzepte zu erarbeiten, die ihre angestammte Kernkompetenz in der Markenkommunikation um das Know-how eines völlig neu geführten Kundendialogs ergänzen. Das Referat definiert die strategischen Kriterien hinter einem zeitgemässen Crossmedia-Mix. Es beleuchtet die Stärken und Limitierungen der einzelnen Kanäle und schafft so die Übersicht für eine intelligentere Mittel- und Rollenverteilung im veränderten Mediaspektrum.»
Die Blog-Sphere ist hochgradig marketingrelevant
Vielleicht ist es noch etwas überbertrieben, wenn sich die Blogger bereits als vierte Macht im Staat sehen. Fest jedoch steht, dass die Blogsphäre wächst und wächst, besonders dann, wenn man die Microblogger, die Twitter-, Tumblr- und Posterous-Nutzer dazurechnet. All diese privaten Publizisten füllen das Internet mit nicht immer hervorragendem, aber zumindest hervorragend vernetztem Content. Und Blogger nehmen erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheide ihrer Leser bzw. Follower und Suchmaschinen-User.
Mitmachen statt nur zusehen
Nur wer aktiv in diese neue Kommunikationskultur eintaucht, gewinnt Insights und Einfluss. Das beginnt damit, dass man ein effektives Web-Monitoring installiert, die Opinion-Leader identifiziert und sie in die Kommunikationsmassnahmen mit einbindet. Was aber nicht heisst, sie mit Werbematerial einzudecken oder gar Werbekommentare auf ihren Plattformen zu hinterlassen.
Unternehmen, die selber bloggen und twittern, geniessen in der Blogger-Szene höhere Akzeptanz. Wer über redaktionelle Ressourcen verfügt, um Beispielsweise eine Kundenzeitung oder einen Newsletter zu produzieren, für den wäre es oft gescheiter, die Kräfte in einen Corporate- oder Themen-Blog zu stecken. Statt den Content in ein geschlossenes System einzuspeisen, übergibt man ihn der öffentlichen Diskussion, dem Vernetzungspotenzial des Webs, den RSS-Feed-Readern und – nicht zuletzt – den Indexierungsrobotern von Google und co.
Achtung Eigenwerbung
Angelink ist erfahren im Konzipieren und Aufsetzen von Corporate Blogs auf WordPress-Basis, der führenden Blog-Software der Welt. Auf unserer Referenzliste stehen Unternehmen wie Credit Suisse, Swisscom und SBB. Diese Website haben wir auch damit gebaut.
Bannerwerbung ist wie Plakatwerbung
Der Banner hat sich selber in Verruf gebracht, weil er den Werbenden zuviel Klickhoffnung machte. Heute weiss man, dass auch ein nicht angeklickter Banner sehr effektiv für den Klick im Kopf sorgen kann.
Bannerwerbung wird oft mit falschem Ehrgeiz gebucht. Wenn der Response im Vordergrund steht, oder der e-Verkauf, dann ist Suchmaschinenmarketing oder Affiliate Marketing oft sinnvoller. Und ob Sie’s glauben oder nicht, die Banner mit den höchsten Klickraten sind oft jene mit der schädlichsten Wirkung auf die Marke. Auf der anderen Seite haben verschiedene Crossmedia-Studien ergeben, dass ein verhältnismässig geringer Anteil von Bannerwerbung im Media Mix die Recall-Werte der Kampagne massiv erhöht.
Banner ja, aber richtig
Wir sehen im Banner das perfekte e-Pendent zum Plakat. Plakative Botschaften entfalten auch auf wenigen Pixeln ihre Kommunikationswirkung, insbesondere zur Verstärkung von Print- und TV-Kampagnen. Gerade Video-Banner brillieren mit hervorragenden Aufmerksamkeitswerten und helfen tatkräftig mit, aufwändige Spot-Produktionen zu amortisieren. Banner aber einfach als Zweitverterungskanal für TV-Werbung zu sehen, würde diesem Werbemittel auch wieder nicht gerecht.
Social Media und das Mitmach-Marketing
Das Mitteilungsbedürfnis der Menschen ist grenzenlos. Marketing-Entscheider müssen zur Kenntnis nehmen, dass ihre Konsumenten nicht mehr bloss da stehen und Botschaften entgegennehmen. Jetzt publizieren die Konsumenten selber, einfach weil’s Spass macht, nichts kostet und so einfach geht. Jeder einzelne hat kein riesiges Publikum, aber in der Summe (auch Longtail gennant), hat heute Volkes Stimme mehr Gewicht als manch grosszügig ausgelegte Werbekampagne.
Der Kernsatz «Märkte sind Gespräche» (Cluetrain Manifesto) ist noch nie wahrer gewesen. Unternehmen können sich nun fragen, ob sie dieses Gemurmel mit Streubudgets einfach übertönen wollen, oder ob sie in den Live Streams Ihrer Konsumenten aktiv mitschwimmen sollen.
Das klingt angsterregender als es ist. Ein Unternehmen, das seinen Kunden gerne in die Augen schaut, wächst da ganz natürlich hinein. Problematisch ist das Thema nur für Firmen, die das nicht tun. Man verliert sie leicht aus den Augen.
Viral Marketing – die eigentliche Stärke des Internets
Mund-zu-Mund sei immer noch die beste Werbung, heisst es. Heute bestätigt ausgerechnet das Internet diese Theorie mit der neuzeitlichen Variante davon, dem Viral Marketing. Seit sich die Menschen digital vernetzen, und das tun sie heute über Social Media mehr denn je, entwickelt sich Virales Marketing zu einem zentralen Strategieansatz. Immer öfter bilden virale Konzepte die Drehscheibe für crossmediale Kampagnen.
Für den Erfolg einer Viral Marketing-Aktivität sind nicht allein der Traffic-Anstieg oder die Zahl der Downloads oder gewonnen E-Mail-Adressen entscheidend. Die Frage ist viel mehr: Findet ein Traffic-Transfer zu den eigentlichen Botschaften der Site oder den Shop-Angeboten statt? Findet ein Image-Transfer vom viralen Film-Clip oder dem viralen Gewinnspiel zur Markenwelt statt? Viral-Konzepte entfalten sich gelegentlich zu spektakulären aber nutzlosen Selbstläufern.
Eine Angelink Parade-Disziplin
Angelink betreibt Virales Marketing seit ihrer Gründung 1998. Damals hatte ich noch alle Mühe, den etwas dämlichen Begriff zu erklären. Heute gelten wir dafür als Pioniere auf dem Thema, und ich darf im Fernsehen Interviews darüber geben. Ausserdem ist Angelink Gründungsmitglied der internationalen Viral&Buzz Marketing Association (vbma). Und was uns natürlich besonders freut: Virale Promotionen von Angelink sind von den Juries des “Best-of-Swiss-Web” und des Schweizer Dialogmarketing-Preises ausgezeichnet worden.








